Biersorten

Es gibt natürlich unzählige Biersorten. Wir haben uns bemüht, der Übersicht halber, die Sortenauswahl möglichst kompakt zu halten. Sollte die Sorte des von Euch getesteten Bieres nicht in der Liste auftauchen, so wählt bitte "sonstiges" (ganz unten auf der Liste) und gebt die richtige Sorte unter Bemerkungen an.

Bier muss sortenspezifisch getestet werden. Bei der Vergabe zumindest der ersten vier Einzelnoten (Aussehen des Bieres, Aroma, Süffigkeit und Nachgeschmack) solltet Ihr deswegen auf folgende Eigenschaften der jeweiligen Sorte achten. Bei der letzten Note, dem subjektiven Gesamteindruck, könnt Ihr natürlich auf eine sortenspezifische Betrachtung verzichten.
Alkoholfreies
Alkoholfreie Biere gibt es unter vielen Sorten und in zahlreichen Geschmacksvariationen. Bei Biertest-Online sind alle alkoholfreien Biere unter dieser Bezeichnung zusammengefasst.Beachtet, dass Alkoholfreie bis zu 0,5 % Vol. Alkohol enthalten dürfen! Bei der Verkostung sind Vergleiche mit alkoholhaltigen Bieren erlaubt, die Benotung sollte aber -soweit das möglich ist- unabhängig vom fehlenden Alkohol erfolgen.


Altbier
Als die ersten Altbierbrauer gelten Düsseldorfer Bäcker, die schon vor Jahrhunderten Bier brauten. Weil die Düsseldorfer am "alten" Rezept mit dunklem Malz und der obergärigen Brauweise festhielten, als sich in ihrer Nachbarschaft untergärige Lager- und Exportbiere durchsetzten, ist uns Altbier als Spezialität vom Niederrhein bis heute erhalten geblieben. Alt ist hopfenbetont.


Ambrée/Amber
In den Benelux-Ländern und Frankreich beheimatetes obergäriges amberfarbenes Starkbier.


Barley Wine
Die "Gerstenweine" gehören zu den stärksten Bieren überhaupt. Um die z.T. über 25% Stammwürze zu vergären, kommen mehrere Hefestämme zum Einsatz. Die Lagerzeit kann über ein Jahr betragen. Um die Hefe so lange bei Laune zu halten, wendet jede Brauerei eigene Tricks an, und diese schlagen sich in ganz speziellen Aromen nieder.
Barley Wine kam ursprünglich aus England, feiert aber seit dem Ende des 20. Jahrhunderts in Nordamerika ein Comeback.


Berliner Weiße
Obergärige Biere mit 2,5 bis 3 % Vol. Alkohol. Der saure Geschmack ist sortenspezifisch und kommt von der Milchsäure, da neben normaler Hefe auch Milchsäurebakterien eingesetzt werden. Der Gehalt an Milchsäure beträgt bis zu 0,8%. Pluspunkte solltet Ihr für ein angenehmes, esterig-blumiges Aroma und für eine gewisse Spritzigkeit vergeben. Das Bier soll trüb sein.


Bière de Garde
Obergärige Starkbierspezialität aus Frankreich, gold- bis rötlich amberfarben.


Biermischgetränk
Darunter werden hier alle Getränke auf Bierbasis zusammengefasst, die nach der Gärung mit Zutaten vermischt werden, die gemäß dem deutschen Reinheitsgebot eigentlich nicht ins Bier gehören. Bewertet aus Sicht des Biertrinkers, und gebt gute Noten, wenn der Gerstensaft im Vordergrund steht und gut mit den weiteren Zutaten harmoniert! Getränke, bei denen nichts mehr nach Bier schmeckt, sollten abgewertet werden.


Bitter Ale
Helles, obergäriges, englisches Bier mit niedrigem Alkoholgehalt.


Blonde/Blond
In den Benelux-Ländern und Frankreich beheimatetes obergäriges helles Starkbier.


Bock/Maibock
Aus "einbeckischen" wurde in Bayern über "ainpöckisch" "Bock": Gemeint sind untergärige Starkbiere über 6 % Vol. Alkohol. Gute Böcke müssen sehr vollmundig sein. Notiert auf jeden Fall, ob sie eher hopfenbetont oder malzblumig sind, und ob das Aroma alkohollastig und rum- oder weinartig ist. Was die Süffigkeit angeht, solltet Ihr Gnade walten lassen, wenn Ihr das Glas zweimal ansetzen müsst.


Brown Ale
Dunkles, obergäriges Bier aus Großbritannien.


Brune/Bruin
In den Benelux-Ländern und Frankreich beheimatetes obergäriges dunkles Starkbier.


Diätbier
Abnehmen kann man mit Diätbier wohl kaum, da es immer noch etwa 75% der Kalorien des Vollbiers besitzt. Da aber die Stammwürze nahezu vollständig in Alkohol umgesetzt wird, enthält es kaum noch Kohlenhydrate und eignet sich daher für Diabetiker. Für die Bewertung gilt das gleiche wie fürs Alkoholfreie: Vergleiche mit dem entsprechenden Vollbier sind erwünscht, die Bewertung sollte jedoch unabhängig davon erfolgen.


Dinkelbier
Bier, das mit Dinkelmalz hergestellt wird.


Doppelbock
Was für Bock gilt, gilt für Doppelbock erst recht. Wenn so ein Bier nur ansatzweise dünn schmeckt, solltet Ihr es abwerten. Vergleicht die Süffigkeit nicht mit Pilsbieren! Der Doppelbock darf ruhig ein bischen ruhiger getrunken werden.


Dubbel/Double
Obergärige, zweifach vergorene Bierspezialität aus Belgien.


Dunkles
Damit sind untergärige dunkle Biere gemeint. Bitte nicht mit Schwarzbier verwechseln, auch wenn der Übergang fließend ist. Dunkle sollen malzaromatisch sein und dürfen weniger herb als Pils schmecken.


Eis-/Icebeer
Helles untergäriges Vollbier, dem nach dem Brauprozess durch Abkühlung unter den Gefrierpunkt und Herausfiltern von Eiskristallen Bitterstoffe entzogen werden.


Export/Spezial
Export ist eine helle, untergärige Biersorte mit mindestens 12% Stammwürze. Der daraus resultierende höhere Alkoholgehalt macht das Bier haltbarer, was früher eine wichtige Voraussetzung für den Export war. Exportbiere zwischen 13% und 14% Stammwürze werden gelegentlich als Spezial bezeichnet. Export und Spezial werden meistens weniger gehopft als Pils. Sie sollen im Gegenteil malzbetont sein und dürfen daher weicher und süßer schmecken. Vgl. Lager/Helles.


Fruchtbier
Bier, bei dem Früchte mit vergoren werden - Im Gegensatz zu Biermischgetränken, bei denen z.B. Fruchtsäfte nach der Gärung hinzugef¸gt werden.


Hefeweizen, dunkel
Im Gegensatz zu den Kristall- und Hefeweizen werden beim Dunklen Weißbier dunkle Malze verwendet. Der Malzgeschmack wird verstärkt und der Fruchtgeschmack etwas abgerundet. Sortiert Dunkle Weizenbiere mit über 16% Stammwürze bitte unter Weizenbock ein!


Hefeweizen, hell
Die traditionelle Bierspezialität aus Süddeutschland, für die das Reinheitsgebot von 1516 eine Ausnahme macht. Weißbier muss mindestens 50% Weizenmalz enthalten. Es gilt hier als "Hell" bis ca. 14 EBC (bernsteinfarben). Die obergärige Hefe gibt ihm bei der Gärung einen fruchtigen, esterartigen Geschmack, der an Bananen und Gewürznelken erinnert. Der Eigengeschmack der Hefe soll auch bewertet werden, daher muss der Bodensatz gleichmäßig auf alle Testteilnehmer verteilt werden. Wenn Euch Hefe nicht bekommt und Ihr ohne Hefe testet, vermerkt dies auf jeden Fall! Weißbier soll einen hohen Kohlensäuregehalt und eine geringe Bittere aufweisen.


Imperial Stout
Dunkelrotes bis schwarzes englisches Starkbier (Stammwürze zwischen 20 und 25%)


India Pale Ale
Dieses Bier wurde im 19. Jahrhundert in England und Schottland für die indischen Kronkolonien gebraut. Es musste die lange Seefahrt überstehen, daher wurden an die Haltbarkeit besonders hohe Ansprüche gestellt. IPA wurde mit etwa 16% Stammwürze und einer großen Menge Hopfen eingebraut. In Indien sollte es dann 1:1 mit Wasser verdünnt werden. Bei Biertest-Online wird es natürlich im Originalzustand bewertet. Die Bittere soll stark hervortreten und bereits beim Aromatest deutlich wahrnehmbar sein. Experten schmecken die Hopfensorten East Kent Goldings und Fuggles heraus. Indian Pale Ales haben einen geringen Kohlensäuregehalt. Über einen anfangs schalen Eindruck solltet Ihr also hinwegsehen.


Kölsch
Das Kölner Nationalgetränk ist ein obergäriges Bier. Wie beim Weizenbier gibt es hierfür eine Ausnahme vom Reinheitsgebot, so dass teilweise auch geringe Anteile an Weizenmalz verwendet werden. Kölsch sollte hell bis sattgelb und hopfenbetont sein.


Kristallweizen
Unterscheidet sich vom Hefeweizen durch die Filtrierung vor der Abfüllung. Kristallweizen enthält daher auch keine Hefe.


Kruidenbier
In der Regel obergärige belgische Bierspezialität, die mit Kräutern vergoren wird.


Lager/Helles
Alle untergärigen Biere werden bei Temperaturen um 0°C einige Wochen gelagert. Da dieser Vorgang als Qualitätsmerkmal gilt, bezeichnen viele Brauereien ihr Bier als "Lager". Wählt diesen Typ bei allen hellen, untergärigen, wenig hopfenbetonten Bieren bis 5% Alkohol, die nach dem Reinheitsgebot gebraut wurden und sich anders nicht einordnen lassen! Bei stärkeren Bieren wählt "Export/Spezial"! In Süddeutschland hat sich eine ähnliche Biersorte etabliert, das "Helle". Diese beiden Sorten werden bei uns zusammengefasst. In letzter Zeit kommen häufig "Gold"- Biere (z.B. Beck's Gold) auf den Markt. Hierbei handelt es sich fast immer um Lager. Vgl. Lager international


Lager international
In Übersee wird prinzipiell genauso gebraut wie bei uns. Nur kommen häufig andere Getreidearten zum Einsatz, die diesen Bieren einen anderen Charakter verleihen.


Lambic
Lambic ist ein sehr alter Bierstil, der nur im Südwesten Brüssels, im sogenannten Sennetal, hergestellt wird. Zum Brauen wird Gerstenmalz, Weizen, Hopfen und Wasser verwendet. Dem Bier wird keine spezielle Hefe zugegeben, sondern der Lambic ist selbstgärend bzw. spontanvergärt, d.h. dass er die wilden Hefe und Sporen aus der Luft zum Gären braucht. Bevor Louis Pasteur Bakterien und damit die Hefen entdeckte, existierten nur Biere auf spontaner Gärung. Mittlerweile ist Lambic jedoch das letzte Bier dieses Types. Die beiden Hefen Brettanomyces Bruxellensis und Brettanomyces Lambicus spielen eine große Rolle bei dem Reifen des Bieres, welches oftmals 3 Jahre lang dauert und nur noch eine minimale Menge an Zucker übrig lässt. Deshalb ist der Lambic auch sehr sauer und für den deutschen Gaumen sehr gewöhnungsbedürftig. Auf Lambic basierende Biersorten sind Geuze/Gueuze, Lambic Frucht und Faro. Zu den bekanntesten Lambic-Brauern und Streekern (diejenigen, die Verschnitte aus verschiedenen Lambics fertigen) gehören: Cantillon, Drie Fonteinen, Boon, Girardin und Hanssens.


Lambic Faro
Faro ist eine weitere Möglichkeit den Lambic zu süßen, in diesem Fall mit Kandiszucker. Der Bierstil taucht noch seltener als die eh schon spärlich zu findenden spontanvergärten Biere auf, denn nicht jede der Brauereien hat ein Faro. Bekanntester Vertreter für deutsche Biertester ist das Lindemans Faro.


Lambic Frucht
Unter Lambic - Frucht versteht man alle Fruchtbiere, die auf Lambic basieren. Die bekanntesten Versionen sind das Kriek (= Kirsch) und das Framboise (= Himbeer), bei dem der mit Früchten versehene Lambic gelagert wird, um dem Bier eine Fruchtnote zu verpassen. Dabei wird die enorme Säuerlichkeit gemildert, die aber immer noch ¸beraus präsent ist. Auch hier gibt es die Bezeichnung "Oud", die besonders saure Versionen kennzeichnet. Heutzutage werden jedoch nicht nur Kirschen und Himbeeren zur Zubereitung verwendet, sondern auch Erdbeeren, Pfirsiche, schwarze Johannisbeeren und noch viel exotischere Obstsorten. Die noch zusätzlich gesüßten Versionen sind auch bei diesem Bierstil in Deutschland am bekanntesten, wobei die folgenden Namen wohl am geläufigsten sind: Mort Subite, St. Louis, Chapeau, Timmermans, Lindemans usw. Die traditionellen, immer noch sehr sauren Versionen stammen u.a. von Cantillon, 3 Fonteinen, Boon usw. Dabei sind nicht alle Biere, die ein "Kriek" im Namen enthalten auch gleichzeitig spontanvergärt, denn Kriek ist einfach nur der Ausdruck für Kirsche.


Lambic Gueuze
Geuze oder auch Gueuze geschrieben ist ein Verschnitt aus älterem, gelagertem Lambic und jungem Lambic. Dabei überwiegt der Anteil des jungen Lambic, der oftmals 75% beisteuert. Der alte Lambic ist gehaltvoller und geschmacklich charakteristischer, wobei der junge Lambic noch unglaublich sauer und teils auch ungereift wirkt. Die Gueuze zeichnet sich zwar ebenfalls durch ihre Säuerlichkeit aus, ist gleichzeitig aber auch eines der komplexesten Biere auf der ganzen Welt. In Deutschland sind die "industriellen" bzw. kommerziellen Versionen bekannter als die traditionellen, ungesüßten Versionen, da sie geschmacklich weniger anspruchsvoll sind, sondern einfach nur die Säuerlichkeit mit Zucker und Süßstoff überdecken. Für den Laien leichter zu trinken, jedoch abstoßend für den Liebhaber. Ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung findet sich oftmals schon im Namen, denn wen von "Oud(e) Gueuze", also alter Gueuze die Rede ist, dann ist die ungesüßte Gueuze gemeint. Beispiele für gesüßte Versionen sind: Belle-Vue Gueuze, Chapeau Gueuze, Lindemans Gueuze, St. Louis Gueuze usw. Ungesüßte Versionen sind u.a. Cantillon Gueuze, Hanssens Oude Gueuze, 3 Fonteinen Oude Geuze.


Leichtbier
Kam Ende der achtziger Jahre verstärkt auf den Markt und wurde damals häufig "Light" getauft. Leichtbier gibt es in allen möglichen Variationen als untergäriges Schankbier, Weizen, Alt oder Kölsch. Teilweise wird der Alkohol nachträglich entzogen. Benotet das Bier unabhängig vom fehlenden Knallfaktor!


Märzen
Von Georgi (23.April) bis Michaeli (29.September) durfte aufgrund einen herzöglichen Erlasses von 1553 in Bayern nicht untergärig gebraut werden. Da die Kundschaft im Sommer aber stets am Durstigsten war, braute man im Märzen ein besonders lange haltbares Bier, das man bis zum Herbst (Oktoberfest!) ausschänken konnte. Märzen wurde daher bis ins 19. Jahrhundert stets mit dunklem Malz und mindestens 14% Stammwürze eingebraut. Heutige Märzen dürfen auch hell sein (ab 14 EBC) mit 13-14% Stammwürze. Das Hopfenaroma ist schwach ausgeprägt. Münchner Märzen weisen manchmal einen Karamelgeschmack auf.


Malzbier/-trunk
Damit ist einerseits das gemeint, was allgemein als "Kinderbier" bezeichnet wird. Laut deutschem Reinheitsgebot dürfen auch "Kinder-biere" mit nichts außer Wasser, Malz, Hopfen und Hefe hergestellt werden. Wenn zur Süßung oder zur besseren Schaumentwicklung jedoch Sirup und Kohlensäure zugesetzt werden, spricht man von Malztrunk. Dieser kommt in der Regel nicht zur Gärung und enthält daher auch keinen Alkohol. Andererseits werden auch Malzbiere hergestellt, die mit Hefe versetzt werden. Die Gärung wird durch Pasteurisierung früh gestoppt, so dass diese Biere malzig-süß und schwach alkoholisch sind.


Mild
Ein Mild ist eine relativ süße Ale-Variante mit einem in der Regel geringen Alkoholgehalt von gut 3%. Der Name Mild bezieht sich auf die typischerweise wenig bittere Hopfencharakteristik. Die meisten Milds sind von heller Farbe, es gibt jedoch auch dunkle Varianten.


Oatmeal Stout
Mit Hafermehl gebraute Stout-Variante von sehr dunkler, fast schwarzer Farbe. Durch den maximal 15%igen Haferanteil erlangt das Bier mehr Körper und Geschmeidigkeit, sowie einen gesteigerten Nährwert.
Das Oatmeal Stout war in den 70ern vom Biermarkt verschwunden, wurde jedoch von der britischen Samuel Smith Brauerei 1980 wiederentdeckt und erlangte seitdem zunehmende Beliebtheit in britischen und amerikanischen Brewpubs.


Oud Bruin
Niederländische Bierspezialität mit geringem Alkoholgehalt.


Pale Ale
Bronzefarbenes, obergäriges Bier aus Großbritannien


Pils
Josef Groll, Sohn eines Bierbrauers aus Bayern, braute im Jahre 1842 zum ersten Mal diese Biersorte, die aus weichem Wasser, hellem Malz und ausgewähltem Hopfen hergestellt wird. In Deutschland sind Pilsener heute die beliebtesten Biere überhaupt. Gute Pilsner sind hell bis goldfarben und weisen eine vorherrschende Bittere auf, die aus einer aromatischen Hopfenblume wächst. Wert legen solltet Ihr auf jeden Fall auch auf einen feinporigen Schaum und eine angenehme Rezenz.


Pils, naturtrüb
Beim Abpumpen aus dem Lagertank ist Bier trüb. Hefe und Trubstoffe setzen sich während der Lagerung zwar am Boden des Tanks ab, eine vollständige Klärung würde aber unendlich viel Zeit beanspruchen. Wird also auf eine anschließende Filtration verzichtet, erhält man ein naturgeklärtes -oder eben naturtrübes- Bier. Hopfenbetonte, naturtrübe, untergärige Biere werden manchmal als Kräusen, Zwickel oder Kellerbier bezeichnet, bei Biertest- Online aber unter der Sorte "Pils, naturtrüb" zusammengefasst. Bitte beachtet, dass die genannten Begriffe nicht festliegen, z.B. gibt es auch obergäriges Kräusen! Im Gegensatz zum filtrierten entfalten naturtrübe Pilsener ein vielseitiges Malzaroma und sind vollmundiger. Man findet sie häufig in kleinen Brauereigasthöfen.


Porter
Hat als braunes, obergäriges Bier seinen Ursprung vor 300 Jahren in London. Porter war das Bier für die ebenso bezeichneten Lastenträger, und es war so stark wie deren Arbeit schwer. Im Zuge der zunehmenden Sortenvielfalt haben sich in jüngster Zeit auch Brauereien des Festlands dieser Sorte erinnert. Auch wenn Guinness und Konsorten gelegentlich als Porter bezeichnet werden, werden diese bei Biertest-Online als Stout eingetragen.


Rauchbier
Das Malz zur Herstellung des Rauchbiers wird durch direkte Befeuerung mit Buchenholz gedarrt. Das daraus entstehende Raucharoma sollte durchaus ausgeprägt sein, wobei Ihr die Intensität am besten im Kommentar vermerkt. Rauchbier gibt es nur in Bamberg und Umgebung.


Red Ale/Rousse
Rötliches, obergäriges Bier aus Großbritannien (Red Ale) bzw. Frankreich (Rousse).


Roggenbier
Bier, das mit Roggenmalz hergestellt wird.


Saison
Regionale Spezialität aus dem französisch-sprachigem Süd-Belgien. Die Saisons wurden ursprünglich im Frühjahr als Vorrat für die Feldarbeit im Sommer gebraut und sollten daher robust und erfrischend sein. Dies äussert sich auch heute noch in einem herb-fruchtigem Geschmack und einer hohen Rezenz. Die Farbe ist meist Tief-Orange.


Schwarzbier
Eine vor allem in Ostdeutschland gepflegte Biersorte. Wenn Ihr das Glas gegen eine starke Lichtquelle haltet, sollte allenfalls ein leichter Schimmer durchscheinen. Durch die Röstung des Malzes findet man bereits im Antrunk ein ausgeprägte Malzbittere. Der Hopfengeschmack sollte darauf abgestimmt sein. Schwarzbier muss auf jeden Fall vollmundig sein.


Stout
Wer ins Wörterbuch schaut, findet als Übersetzung "Starkbier". Die meisten Stouts sind heute aber keine Starkbiere im Sinne des Stammwürzegehalts, sondern haben eine "starke" Schwärze und einen "starken" Röstgeschmack. Dementsprechend ist der Antrunk malzbitter, gelegentlich karamelartig säuerlich. Im Nachgeschmack soll die Malz- von einer angemessenen Hopfenbittere begeleitet werden, wobei der Hopfen kein eigens Aroma entfaltet. Stouts sollen den typischen, cremigen Schaum im Glas entwickeln.


Strong Ale
Im Gegensatz zum Stout sind Strong Ales richtige Starkbiere. Da weniger Röstmalz verwendet wird, sollte der Geschmack eher vollmundig-süß denn malzbitter sein, wobei ein schwaches Raucharoma aber durchaus erlaubt ist. Hopfen hingegen wird man kaum finden. Gute Strong Ale weisen komplexe Fruchtaromen auf.


Tripel
Obergärige, dreifach vergorene Bierspezialität aus Belgien.


Vycepni Pivo Svetle
Helles Schankbier mit 9-11% Stammwürze. Es erfreut sich in der Tschechischen Republik seit vielen Generationen grofler Beliebtheit. Wegen des geringeren Alkoholgehalts von ca. 3,0-4,2% Vol. kann man mehr genießen, ohne betrunken zu werden. Am Geschmack darf es dabei natürlich nicht fehlen: Ein Svetlý Vycepni sollte in etwa so vollmundig wie ein Svetlý ležák, ein "Lager", sein.
Biere dieser Sorte werden manchmal als "Desitka" bezeichnet, was auf den Stammwürzegehalt hinweist (tschech. desitka = zehn).


Vycepni Pivo Tmave
Der dunkle Bruder des Vycepni Pivo Svetle


Weizenbock
Hierunter werden dunkle und helle Weizenböcke zusammengefasst. Wie bei untergärigen Bockbieren gilt auch hier: Die Süffigkeit sollte nicht mit einem normalen Weißbier verglichen werden.


Westvlaams rood
"Westvlaams rood" enstand in dem Teil Belgiens (damals gab es noch kein eigenständiges Belgien), welcher nicht zum Deutschen Reich gehörte, sondern zu Frankreich. Daher war dort in Westflandern die Gesetzgebung bezüglich der Herstellung von Bier anders als im restlichen deutschen Teil. Hier durfte nämlich schon mit Hopfen gebraut werden, in Westflandern jedoch musste man, wie damals üblich, das Bier mit verschiedenen Kräutern versetzten um Geschmack zu geben und um es haltbar zu machen. Und so, grob gesagt, entstand das "Westvlaams Rood".


Witbier/Bière Blanche
Belgisches oder französisches Weizenbier, das in der Regel heller aussieht, sowie leichter und fruchtiger schmeckt als ein deutsches.



Last modified: Wed May 7 23:56:59 CEST 2003