Frankreich

Was heißt hier Bier? bière

Einwohner: 60,6 Mio.

Fläche: 543.965 km²

Hauptstadt: Paris

Bierabsatz: 33,4 l/a

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Gallien!
Ein Land fernab des deutschen Verständnishorizonts und doch so nah. Während die einen noch immer den Kopf ob dem Verspeisen von Froschschenkeln und Darmzotten schütteln, loben andere Wein und Käse.
Ähnlich begegnet der gemeine Biertrinker dem Land: "Das schmeckt ja nach gar nichts," bekommt man oft zu hören. Doch das muss nicht sein.
Im ganzen Land kann man sich in eine "brasserie" begeben oder, besonders im Sommer, einfach "en terasse" ein Bier genießen. Aber Vorsicht! "Brasserie" steht nicht nur für Brauerei, sondern kann auch einfach nur die Bezeichnung für ein Bierlokal sein.
Was man trinkt, hängt stark davon ab, wo man sich befindet und was man über die französischen Bier weiß. Kro, 1164, Pelforth und Fischer bekommt man überall, die "netteren" Biere meist nur in der Nähe ihrer Brauerei [Welch Weisheit!].

Aus dem als französische Bierhochburg gesehenen Elsass stammen nicht nur die bekannten Massenbiere der Häuser Kronenbourg und Fischer, sondern auch schmackhafte Biere der Marken Meteor und Schutzenberger sowie etliche Produkte kleinerer Häuser. Hier fühlt sich der deutsche Biertrinker meist gut aufgehoben - man ist ja auch noch nicht so weit weg von "zu Hause."

Darüber wird schnell übersehen, dass gerade der flämisch geprägte Norden, hauptsächlich im Raum Lille, einiges an Biersorten zu bieten hat. Pelforth und Jenlain sind landesweit bekannt; dem geneigten Bieradepten seien darüber hinaus CH'TI, Belzbuth oder 3 Monts unbedingt empfohlen. Wer belgische Biere mag, sollte trotz der recht reizlosen Landschaft diese Region besuchen - gerade Lille ist immer eine Reise wert.

Aus dem Pariser Raum sind 33 Export und Kanterbräu besonders bekannt. Wie in jeder französischen Bar, gerät man jedoch leicht in Versuchung, das stark verbreitete niederländische Wasser in der grünen Flasche mit dem roten Stern zu trinken.

Ansonsten sind kleine Brauereien recht spärlich übers Land verteilt. So finden wir in vielen Städten "Les trois brasseurs" als eine Art Franchise-Kette. Hervorzuheben sei an dieser Stelle die Bière des supporters du RC Lens - ratet mal, woher ;).
Fernab des Festlandes kann man Pietra auf Korsika und Hinano auf Tahiti finden, jedoch nicht wirklich trinken.

Es sei noch erwähnt, dass die Bier-Abart Desperados von Fischer gebraut wird und nicht aus Mexiko stammt, wie sogar viele Französinnen denken. Auch Kingston, Welscotch und Adlescott sind Irrungen, die nur einem Volk einfallen können, das Whisky wie Wasser trinkt (siehe Kapt. Haddock).

Fazit: Keine Angst vor Berührungen - man kann immer angenehm überrascht werden. Außerdem sprechen, entgegen des verbreiteten Vorurteils, immer mehr junge Menschen hierzulande Englisch, sodass auch die vermeintliche Sprachbarriere überwindbar ist. Die Bestellung ist mit "Un demi, s.v.p." schnell erledigt und lässt sich für Berliner Weisse-Freunde schnell durch "cerise" oder "pêche" zu einer Kirsch- bzw. Pfirsichschorle machen. Schade ist nur, dass sich "demi" auf den deutschen Standard-Halbliter zu beziehen scheint, womit wir bei einer Menge von schlappen 0,25l wären. Da hilft nur Nachbestellen.
www.biertest-online.de