Thomas Hardy's Ale

 
Brauerei O´Hanlon´s Brewing Co.Ltd. Thomas Hardy's Ale Bierbilder einsenden
BrauortWhimple,Devon (UK) Note
RegionGroßbritannien und Nordirland
9,93

(4 Tests)
SorteBarley Wine
Alkoholgehalt11,7% Vol.
 
Einzelbewertungen
Notendurchschnitt
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Einzelbewertungen




Online-Tests

quack-duck meint: Diesen Test melden (Funktion im Probebetrieb) Nach oben

Mein Thomas Hardy's Ale ist Jahrgang 2005, d.h. etwas über ein Jahr alt.
Sirupartig, völlig ohne Schaum gleitet es ins Glas, hat aber eine schöne Farbe, was Thomas Hardy laut Etikett auch schon bemerkte.
Interessant ist die Komplexität: zuerst malzig-süß, fruchtig süß, dann in eine relativ starke Herbe/Bittere umschlagend. Der Nachgeschmack bleibt ziemlich bitter im Mundraum zurück.
Für ein Bier dieses Kalibers auch noch einigermaßen süffig, alkoholisch schmeckt es nämlich keineswegs.
Habe noch weitere 5 Flaschen und werde ab jetzt jedes Jahr eine testen, um die Reifung und Entsicklung dieses Barley Wines zu verfolgen, bei 25 Jahren Haltbarkeit sollte das kein Problem darstellen.

Biertest vom 26.12.2006, Gebinde: Glasflasche Noten: 10,13,11,10,13,12 - 11,55


Suffkopp meint: Diesen Test melden (Funktion im Probebetrieb) Nach oben

Thomas Hardy's Ale - ein Bier wie dieses verkostet man nicht jeden Tag. Eine kleine Flasche in nobler Schlichtheit, nummeriert - meine Flasche war Jg. 2005, Nr. P 26180 - um den Flaschenhals hängt eine schöne kleine Plakette mit dem Konterfei des Schriftstellers Thomas Hardy, zu dessen vierzigstem Todestag dieses Bier im Jahr 1968 erstmals gebraut wurde. Kollege Jevers Zeuge hat die Geschichte dieses Biers ja schon ausführlich beschrieben. Mindestens 25 Jahre soll dieses Bier dank Flaschengärung im Stande sein, in der Flasche zu reifen. Die Flasche gibt sogar Anweisung, den entstehenden Bodensatz nicht aufzuschütteln, was in meinem Fall aber nicht notwendig war. Dafür war mein Bier noch zu jung, aber ewig warten wollte ich mit dem Testen auch nicht.

Meistens, wenn ich Starkbiere teste, nehme ich dafür einen belgischen Trappistenkelch. In diesem Fall wäre vielleicht ein Portwein- oder Sherryglas angebrachter gewesen. In einem leuchtenden Kupferrot gießt sich das Bier ins Glas aber es schäumt nur sehr kurz und perlt auch nur sehr wenig. Ältere Biere sollen dann überhaupt nicht mehr perlen. Schon beim ersten Zungenkontakt merkt man, welch ungewöhnlich dickflüssigen Körper dieses Bier hat - mit keinem mir bekannten Gerstensaft vergleichbar. Immer wieder schnüffelt man an diesem Getränk, das Zeit will, um sich der Nase zu entschlüsseln. Malz, Melasse, leichte Traubennoten, natürlich auch Alkohol, aber zunehmend auch holzig-erdige Noten auch etwas Lakritz. Der erste Geschmackseindruck sagt: Portwein. Der Antrunk ist vernehmlich süß, schwer, mit Aroma nach Malz und dunklen Früchten, natürlich deutlich alkoholisch, aber nie übertrieben. Ganz automatisch gewöhnt man sich daran, dieses Bier in kleinen Schlucken zu trinken, und trotz seiner Stärke wirkt dieses Bier eher rund und versöhnlich als schneidend, im Aroma weniger exhaltiert als manche belgische Vertreter, eher geschlossen, weich und kompakt. Zum Abgang treten dann auch die herberen Züge zu Tage (wie sie in einem Portwein kaum zu finden wären), man spürt den Hopfen, holzigere Noten und leichten Röstmalz, der im Nachgeschmack wärmend aber unaufdringlich auf der Zunge bleibt. Man kann ahnen, wie sich dieses Bier bei längerer Flaschengärung entwickeln dürfte: die vorhandene Süße wird wohl abnehmen, die dunklen Fruchtnoten werden in den ersten Jahren vielleicht noch zunehmen und die holzigen, whiskeyartigen Noten werden sicher immer mehr an Tiefe gewinnen.

Sicher werden einige von diesem Bier vollkommen geschockt sein, während eine feste Anhängerschaft in diesem exklusiven Getränk (im Handel 4,50 € für eine Viertelliterflasche) ihr absolut ultimatives Bier gefunden. Für mich selbst ist es wohl nicht mein abschließendes Lieblingsbier, aber erstaunt über diesen abgerundeten, weichen Charakter war ich schon. Und ich muss mir auf jeden Fall noch ein paar Fläschchen besorgen, die ich in den Keller stellen kann...

Biertest vom 25.6.2006 Noten: 13,14,12,13,14,13 - 13,05


MAS meint: Diesen Test melden (Funktion im Probebetrieb) Nach oben

Das ist jetzt keine aktuelle Verkostung, sondern ein Bericht aus dem Gedächtnis, denn ich trank ein Thomas Hardy's Ale 1988 in einer Bierspezialitätenkneipe in Bingen. Ein Kollege hatte es schon bestellt und stellte es zuerst angewidert zu Seite, trank es aber doch. Ich roch an seinem Glas und hatte den Eindruck, es sei interessant und einen Test wert. Also bestellte ich eines.
Es ergoss sich ins Glas wie Motoröl: schwarz, dickflüssig und gänzlich ohne Schaum. Der Duft war interessant, mehr weiß ich nicht mehr. Der Geschmack war alles andere als süffig. Ich weiß nur noch, dass mein Mund wie betäubt wurde und mein Magen Übelkeit verspürte. Mann, war ich froh, als das Glas gelehrt war. Ich bestellte dann ein Diebels Alt hinterher, um den Geschmack vom Thomas Hardy's Ale los zu werden, aber das half nichts, denn das Alt hatte überhaupt keinen Geschmack danach, da hätte ich auch Wasser bestellen können. Erst als ich nach Verlassen der Kneipe draußen an einem Weinfeststand ein Gläschen Nahewein getrunken hatte, ging es mir wieder besser.

Fazit: Das schrecklichste (oder zweitschrecklichste?) Bier meines bisherigen Lebens! Vielleicht war es ja auch zu jung? Das mit den 25 Jahren Haltbarkeit stand übrigens nur auf Französisch auf dem Flaschenhalsetikett.
Aber, ich bin ja so verrückt, es nochmal zu probieren, wenn ich es nochmal bekommen sollte. Dann schreibe ich noch einen Test.

Biertest vom 14.3.2006, Gebinde: Glasflasche Noten: 0,4,0,0,15,1 - 1,75


Jevers Zeuge meint: Diesen Test melden (Funktion im Probebetrieb) Nach oben

ersma: erstaunlich, daß es noch keiner getestet hat. eines der biere mit ganz großem, ja legendären namen. das bier wurde zum ersten mal 1968 von der eldridge pope brauerei, die seit 1830 existierte, gebraut. anlass war der 60. todestag des englischen autors thomas hardy. pope braute das bier bis 1999, da musste die brauerei wegen finanzieller probleme schließen. o´hanlon´s hat einige rezepte gekauft und braut seit 2003 wieder dieses bier. die große besonderheit ist die fast unbegrenzte lagerfähigkeit, guten rotweinen vergleichbar. pope empfahl, das bier erst nach fünf jahren zu öffnen. insofern ja sünde, was ich hier mache, aber ich konnt nicht bis 2009 warten. die lagerfähigkeit wird auf der flasche mit 25+ jahren angegeben. das hat seinen preis. die 0.25-l-flasche neueren jahrgangs kostet 4,50 euro (literpreis also 18 euro!). biere aus den 80ern werden für 20 bis 50 euro bei ebay versteigert. für die 60er jahrgänge zahlen sammler viele hundert pfund.
zum bier:
eine sherryfarbene flüssigkeit ergiesst sich ins glas. der marginale schaum verflüchtigt sich in sekunden.
geruch ist kräftig malzig, irden, hölzern und fruchtig. erinnert an malt-whisky.
der antrunk gestaltet sich nahezu co2-frei - wirklich eher wein als bier. malzbetont, süß, gepaart mit unglaublich würzigen aromen. die aromen von der intensität und vielfältigkeit erinnern an shiraz oder merlot. und an whisky sowieso. die mitte wird etwas herber, irdene und hölzerne aromen tun sich auf, die malzigkeit geht aber nicht verloren. der abgang gestaltet sich sanft verklingend und noch etwas herber, an barrique erinnernd. man mag sich an dem fehlenden schaum und co2 stören, die geschmacksintensität entschädigt allemal. aber man muss sich drauf einlassen. kein leichtes bier. wird vielen sicher gar nicht schmecken. aber wer sich drauf einlässt, erfährt wirklich eine offenbarung.
jede flasche ist ein unikat, denn die flaschen sind durchnummeriert, 48090 war meine. jahrgang (2004) ist angegeben. eine halskrause aus gepresster goldfolie (wie beim tannenzäpfle). die folie hält an roter kordel eine plakette, welche einen schattenriss hardy´s zeigt. das rücketikett gibt lagerhinweise, ebenso die empfohlene trinktemperatur und ein hinweis, das bier vor dem öffnen 48 stunden ruhen zu lassen und behutsam einzuschenken.
fazit: das erste bier, dem ich geschmacklich eine 15 geben könnte. aber es soll sich ja noch entwickeln und noch besser werden. ich habe ein größeres kontingent zum einlagern besorgt. wenns "frisch" schon so gut ist, wie wird es dann erst 2009 schmecken? oder 2029? nachtest folgt dann.

Biertest vom 10.12.2005, Gebinde: Glasflasche Noten: 9,14,13,14,15,14 - 13,40




Thomas Hardy's Ale

Notendurchschnitt
Aussehen des Bieres 8,00
Aroma 11,25
Süffigkeit
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Nachgeschmack 9,25
Aussehen der Flasche 14,25
Subj. Gesamteindruck 10,00
Total 9,93




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